Schleppen vs Pelagen

Jedes Gewässer hat seinen Code Red

Hin und wieder kommt es vor, das wir gemütlich zusammen sitzen und darüber fachsimpeln, welches nun gerade die beste Methode für das jeweilige Gewässer sein soll.
Oftmals ist es nämlich gerade so das man zwei Ruten ausgelegt hat, eine Weile seine Runden dreht und plötzlich eine ganz dicke Banane auf seinem Bildschirm sieht.
Am liebsten würde ich bei diesem Anblick natürlich sofort meinen Köder nach unten schicken und schauen wie der Fisch reagiert aber ich hab ja noch die Erwartung das dieser soeben erblickte Räuber auf eine meiner Schleppruten hereinfällt aber Pustekuchen!
Leider tut sich gar nichts und ich komme ins Grübeln. Ob es heute mit einer anderen Methode nicht vielleicht besser gelaufen wäre.
Anders herum hab ich bei meinen bisherigen Kayak Abenteuern und beim pelagischen Angeln auch sehr viele „Gucker“ gehabt. Wenn ich jeden Fisch hochdrehen würde den ich gerade anangeln kann, dann wäre ich mit meiner Ausbeute schnell im zweistelligen Bereich.
Ganz so leicht ist es dann doch nicht aber um herauszufinden welche Methode gerade am besten funktioniert, muss man zusammen ans Wasser.

Vergleichen wir mal

Was bietet sich da nicht besseres an, als ein Vergleichsangeln.
Den marokkanischen Kayak-Großmeister Achraf El Ghouti musste ich auch gar nicht erst lange bitten! So kam es das wir uns an einem richtig schönen Sonntag Morgen und bei bestem Angel Wetter, an einem großen Gewässer im MV verabredeten.
Um 16 Uhr in einer kleinen Bucht, wollten wir dann beim gemeinsamen Spinnfischen den Vergleich beendet.
Während bei Aschi alle möglichen Schleppköder zum Einsatz kamen, hatte ich die besten Pelagischen Köder herausgesucht die meine Kiste hergab.
Auf dem Wasser war erstmal suchen angesagt. Zu Hause hatte ich mir zwar einige Interessante Stellen herausgesucht aber die Fische mussten erst gefunden werden.
Als erstes steuerte ich ein großes Plataue mit einer steil abfallenden Kante an. Der Gewässergrund bricht dort von 6 Meter auf 15 Meter und mehr ab. An der Kante sammelt sich um diese Jahreszeit immer sehr viel Futterfisch und die Räuber sind natürlich auch nicht weit.

Spotdieb

Diesen Spot hatte ich leider nicht für mich alleine und während ich noch am suchen war, hatte Aschi schon den ersten Kontakt! Ein richtig strammer Hecht kam zum Vorschein und den Ausmaßen nach zu urteilen, war er unweit der magischen Metermarke. Was für ein Einstand gleich beim ersten Fisch. Da hat er aber ganz schön einen vorgelegt.
Die großen Vorteile der Schleppangelei sind schnell erläutert. Der größte jedoch ist, dass sich der Köder die ganze Zeit im Wasser befindet. Wenn man also sein Gewässer gut kennt und dann auch noch weiß, um welche Jahreszeit sich die Fische in einer bevorzugten Wassertiefe aufhalten dann ist man schon ganz weit vorne.
Ich verfolgte an diesem Tag aber eine andere Strategie. Ich suchte mir den Futterfisch und umkreiste die Ränder der Schwärme auf der Suche nach vermeintlichen Räubern. Meistens werden sie von guten Hechten eskortiert, die sich ab und zu einen kleinen Snack genehmigen.

Richtig dicker Fisch

So musste ich auch nicht lange suchen bis ich die erste gute Anzeige gefunden hatte. Leider zeigte der Fisch wenig Interesse und auch in den nächsten Stunden sollte sich bei mir wenig tun. Es schien fast so als wenn diese Methode heute nicht der Schlüssel zum Erfolg war. Ich konnte zwar einige schöne Sicheln bei meiner Suche finden und anangeln aber leider fand ich bis zum Mittag keinen einzigen Abnehmer.
Währenddessen lief es bei meinem Kollegen Achraf um einiges besser! In der Zwischenzeit konnte Aschi seinen Erfolg weiter ausbauen und noch einen weiteren schönen Hecht drauf legen. Ich freute mich selbstverständlich für ihn mit aber als Schneider geht niemand gerne nach Hause! Es musste also was passieren und da ich das Gewässer sehr gut kannte, wusste ich das es nach dem Mittag immer besser wird.
Auch kommen die Fische zu dieser Jahreszeit gerne nach oben und halten sich dann im oberen Drittel der Wassersäule auf, wo ich sie besser ausmachen und anangeln kann.

Tauchfahrt 

Ich drehte gerade in einer großen und tiefen Bucht meine Runde als ein interessantes Echo auftauchte. Sofort schickte ich meinen Köder auf Tauchfahrt. Kurz vor dem Fisch wollte ich eigentlich abstoppen und mit meinem Köderspiel beginnen aber so weit kam es erst gar nicht. Brutal wurde mein Shad auf dem Weg nach unten attackiert und förmlich Volley inhaliert. Im ersten Moment konnte ich den Anschlag gar nicht setzten weil mir der Fisch mit dem Köder entgegen geschossen kam. Erst nach einigen Kurbelumdrehungen konnte ich ihn spüren und nochmal ordentlich anschlagen. Es fühlte sich richtig gut an, was dort am andern Ende tobte.

Fangrausch

Und nach ein paar spektakulären Fluchten lag ein richtig strammer Hecht in meinem Kescher, GEIL!
Jetzt ging es aber erst richtig los. Kurz nachdem der Fisch versorgt war, bin ich keine 50 Meter weiter gekommen.
Anscheinend hatte ich eine richtig gute Ecke gefunden oder die Fische reagierten plötzlich anders auf meine Methode. Selbes Spiel anderer Fisch, den Kollegen einmal ins Visier genommen, Köder runter und Rumms. Nächster Fisch und kein Stück schlechter als der Erste. Wahnsinn wie schnell sich das Blatt wenden kann. Eben noch Seife gekaut und jetzt im Fang Rausch.

Checkpoint Schnappi

Auf dem Weg zu unserem Treffpunkt wollte ich noch unbedingt über ein Plateau fahren. Dort hatte ich in der Vergangenheit immer wieder Fischkontakt.
Dieses mal hatte ich die Kante noch nicht erricht, als wieder ein sehr schöner Fisch auftauchte. Auch dieser ließ sich nicht lange bitten und knallte wehement auf meinen Shad. Was ging hier plötzlich ab. Den ganzen lieben Tag lang blieben die Fische für mich weitestgehend unentdeckt oder reagierten nicht auf meine Köder und wie als wenn man einen Schalter umlegt, knallte es plötzlich an allen Ecken.
Als ich schließlich in der Bucht ankam, hat mein Angel-Buddy schon auf mich gewartet.
Auch Aschi konnte nochmal nachlegen und unser Vergleich an diesem Tag ging 3:3 aus.
Was für ein kurioser Fangtag.
Unser Fazit stand jedenfalls fest: es gibt sie, diese Tage wo es völlig egal ist was für eine Technik man benutz und welches Spiel die Köder aufweisen. Standort und Zeit sind fangentscheident! Nichts desto trotz gibt es genug Ausnahmen im Jahr die genau das Gegenteil beweisen. Es nützt einfach nichts, man muss es am Wasser ausprobieren. Derjenige der sich den Gegebenheiten am besten anpassen kann, wird am Ende auch häufiger dafür belohnt. Es kann jedenfalls nicht schaden sich mehrere Methoden anzueignen. An schwierigen Tagen wird man davon profitieren.

Und weil ich mittlerweile ein großes Fan von solchen Vergleichen bin, steht demnächst wieder was auf dem Programm!
Kunstköder vs. Köderfisch in stark frequentierten Gewässern.
Hoffentlich konntet ihr wieder einiges für euch mitnehmen.
Tipps und Anregungen könnt ihr gerne in die Kommentare posten.
Viele Grüße und stramme Leinen
Krys

 

Von Krytian Wojtczak

Autor dieses Beitrags

Über Krystian Wojtczak 17 Artikel
Hallo Freunde ich bin der Krys und ich bin Kayak-Angelsüchtig! Ich freue mich das ich heute hier sein darf, um mit euch ein wenig über mein Laster zu sprechen. Ihr erreicht mich mit einem Klick auf eins der unten aufgeführten Symbole!

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